Besuch der Bürgerliste Weilmünster bei der Firma Circle
Im Rahmen ihrer Unternehmensbesuche informierte sich die Bürger Liste Weilmünster kürzlich bei der Firma Circle über Entwicklung, Leistungsfähigkeit und Zukunftsperspektiven des Betriebs.
Die Geschäftsführer Andreas und Heiko Legner gaben uns spannende Einblicke in ein Unternehmen, das sich vom Entwicklungsdienstleister zum modernen Produktionsbetrieb mit hohem Qualitätsanspruch
entwickelt hat.
Die Anfänge des Unternehmens reichen in eine Zeit zurück, in der der Schwerpunkt klar auf Entwicklung und Konstruktion für die Automobilindustrie lag. Bis 2007 wurden hier vor allem innovative
Lösungen entworfen und konstruktiv umgesetzt. Ein entscheidender Schritt folgte ab 2007: der konsequente Aufbau einer eigenen Produktion. Damit erweiterte Circle seine Wertschöpfungstiefe und schuf
die Grundlage für „All-in-one“-Lösungen aus einer Hand – von der Idee bis zum fertigen Bauteil.
Heute arbeiten rund 20 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort. Auf etwa 2.000 Quadratmetern Produktionsfläche entstehen Bauteile und Baugruppen für anspruchsvolle Branchen.
Der heutige Schwerpunkt liegt auf Anwendungen für die Medizintechnik, die Luftfahrt sowie die Automation. Gefertigt werden überwiegend Kleinserien, bei denen Flexibilität, Präzision und
Zuverlässigkeit entscheidend sind.
Das Leistungsspektrum der Firma Circle ist breit und technisch anspruchsvoll. Dazu zählen unter anderem mehrdimensionales Sandstrahlen, Laserbeschriftung sowie das mehrdimensionale Fräsen und Drehen
von metallischen und Kunststoff-Werkstücken. Ergänzt wird dies durch visuelle und taktile Messverfahren, mit denen höchste Maßhaltigkeit und Qualität sichergestellt werden. Der Anspruch an sich
selbst ist hoch – Qualität steht klar vor Quantität.
Im Gespräch wurde deutlich, dass sich dieser hohe Anspruch auszahlt. Zahlreiche Kunden, die zwischenzeitlich zu Mitbewerbern gewechselt waren, sind zurückgekehrt. Ausschlaggebend dafür seien die
außerordentliche Qualität, die Verlässlichkeit und der umfassende Service, den Circle bietet. Gerade in sensiblen Bereichen wie Medizin- oder Luftfahrttechnik ist Vertrauen in Prozesse und Ergebnisse
ein zentraler Erfolgsfaktor.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Standort selbst. Das Unternehmen zeigt sich sehr zufrieden mit den aktuellen Rahmenbedingungen. Besonders die im Vergleich zu anderen Kommunen veranschlagte
Gewerbesteuer trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Die Energiekosten dürfen nicht weiter steigen um Konkurrenzfähig zu bleiben.
Der Standort wird als zukunftsfähig eingeschätzt und bietet weiteres Entwicklungspotenzial mit weiteren 2000 Quadratmetern.
Trotz der positiven Entwicklung wurden auch Herausforderungen offen angesprochen. Die Gewinnung von qualifiziertem Personal wird zunehmend schwieriger. Wie viele mittelständische Betriebe spürt auch
Circle den Fachkräftemangel deutlich. Als mögliche Alternative und Ergänzung zum bestehenden Team wird der verstärkte Einsatz von Industrierobotern diskutiert, um Prozesse zu automatisieren und die
vorhandenen Mitarbeiter zu entlasten.
Der Besuch der Bürgerliste Weilmünster bei der Firma Circle zeigte eindrucksvoll, wie sich ein regional verwurzeltes Unternehmen durch Innovationskraft, Qualitätsbewusstsein und Investitionen in
moderne Technik erfolgreich am Markt behaupten kann. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig verlässliche kommunale Rahmenbedingungen für den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Weiterentwicklung des
Wirtschaftsstandorts Weilmünster sind.
Am 28. Februar 2026 besuchten die Kandidatinnen und Kandidaten der Bürgerliste den in Wolfenhausen ansässigen Landhandel Raab. Nach der freundlichen Begrüßung durch die Geschäftsführung – Herrn Dietrich Raab, seine Frau Petra Raab sowie Sohn Janis Raab – erhielten die Besucher zunächst eine Führung durch das Lager und die Verkaufsräume des Landhandels.
Im anschließenden Gespräch schilderte Herr Raab die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft. Besonders problematisch seien unter anderem die zahlreichen Schließungen von Mühlen in der Region. Es sei widersprüchlich, dass in vielen Kernbereichen – etwa in der Pharmaindustrie – politische Anstrengungen unternommen würden, um Abhängigkeiten vom Ausland zu reduzieren, während in der Landwirtschaft derzeit ein gegenteiliger Trend zu beobachten sei.
Trotz dieses herausfordernden Umfelds nimmt der Landhandel Raab eine wichtige Rolle in der Region ein. Mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings kommen viele Landwirte, um Düngemittel und andere Agrarprodukte zur Bestellung ihrer Felder aufzuladen. Auch für zahlreiche Kleintierzüchter und Tierhalter ist der Betrieb eine geschätzte Anlaufstelle für Futtermittel und Zubehör. Gleichwohl betonte Frau Raab, dass das angeschlossene Einzelhandelsgeschäft, der „Landmarkt“, nur einen vergleichsweisen kleinen Teil des Gesamtumsatzes ausmacht.
Der Familienbetrieb wird inzwischen in vierter Generation geführt, die fünfte Generation steht mit Janis Raab bereits in den Startlöchern. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1907 zurück. Damals begann alles mit einer Gaststätte, Landwirtschaft und einem Krämerladen. In den 1930er-Jahren kam der Vertrieb von Futter- und Düngemitteln hinzu. Von 1956 bis 1999 betrieb die Familie zudem ein Lebensmittelgeschäft in der Bornbachstraße. Mit der Eröffnung des Landmarktes im Jahr 2007 entwickelte sich der Betrieb weiter zu seiner heutigen Struktur mit zwei Standorten zur Getreideannahme und dem Landmarkt als zusätzlichem Angebot.
Auch die Logistik hat sich im Laufe der Jahrzehnte grundlegend gewandelt: Wurden Waren einst noch mit Pferd und eisenbereiften Wagen ausgeliefert, ist das Unternehmen heute mit modernen Sattelzügen im Einsatz. Für den Transport der Agrarprodukte wird derzeit ein Kraftfahrer gesucht.
Die Kandidatinnen und Kandidaten der Bürgerliste bedanken sich herzlich bei Familie Raab für den offenen Austausch, die spannenden Einblicke in die Unternehmensgeschichte und die aktuelle Situation der Landwirtschaft sowie für die freundliche Bewirtung.
Die zweite Station durch Einrichtungen des Marktfleckens führte die Bürgerliste am Mittwoch, 04.02. in den gemeindlichen Bauhof in der Feldbergstraße.
Bauhofleiter Andreas Lenz und Steve Jung gaben Einblick in die Welt der Männer und Frauen, die sich unter anderem um Winterdienst, Grünschnitt, handwerkliche Arbeiten an gemeindlichen Gebäuden und Straßen, aber auch um Aufgaben im Rahmen der vielfältigen gemeindlichen Veranstaltungen im Jahreslauf kümmern. Nicht zu vergessen sei auch der Auf- und Abbau der Eisbahn und aktuell auch das Auf- und Abhängen der Weihnachtsbeleuchtung.
13 Mitarbeiter hat Andreas Lenz im operativen Geschäft, dazu kommt eine Bürokraft in Teilzeit. Trotzdem kann es bei krankheitsbedingten Ausfällen oder auch infolge von Urlaub zu Verzögerungen im Winterdienst kommen. Dessen Wichtigkeit hat der Vorabend des Besuchs allen wieder vor Augen geführt.
Herr Lenz sagte eine Aufstellung der Stundenanteile über die wichtigsten Aufgabenblöcke zu, der für den Überblick sicher hilfreich sein wird.
Wünsche wurden natürlich auch geäußert. So überlegt man am Bauhof über die Anschaffung eines eigenen Baggers nach. Gegenüber der aktuellen Situation, der Bagger-Leihe, möchte man hiermit Kosten einsparen und deutlich flexibler reagieren können.
Darüber hinaus ist neben der kürzlich neu geschaffenen Halle ein zweigeschossiges Betriebsgebäude geplant, um dem fehlenden Lager- und Stellplatz entgegenzuarbeiten.